L’occasione fa il ladro

Peinliche Pannen als komisches Prinzip

Schon die Originalhandlung dieser wunderbaren Farsa von Rossini behandelt das Problem Identitätsverlusts als oberstes Prinzip. Eine beständige und unaufhaltsame Kette der Verwechslungen von Personen und Objekten – sei es durch Zufall oder Heimtücke –  mittels Verkleidung, Ähnlichkeit und Verstellung wird zur Grundlage des witzigen Plots. 2015 treibt Kreissig und sein Aussattungsteam dieses Prinzip auf die Spitze, indem sie durch eine „Theater im Theater“ Rahmenhandlung weitere Verwechslungmöglichkeiten einbauten: das Gastspiel einer kleinen Tourneecompanie wird durch zahlreiche kleine und grosse Katastrophen erschüttert. Der LKW mit der prächtigen Ausstattung wird vom Zoll aufgehalten, lediglich einige Kostüme und Requisiten sind mit den Sängern und der Garderobiere angekommen. Da der begabte Spieltenor leider erkältet ist und nicht einmal mehr ein heiseres Räuspern seiner Kehle entlocken kann, springt der Regisseur widerwilig für ihn ein, der eigentlich viel lieber noch letzte Regieanweisungen geben möchte. Vor allem der isländsiche Startenor verweigert sich konsequent seinen brillanten Regieanweisungen. Alle mogeln sich mehr oder minder durch das Stück und improvisieren mit der auf der Wildbader Bühne vorhandenen Bauksatenelementen der Ausstattung eines anderen Stücks.

Durch diverse Zettel, vor allem aber druch das Spiel werden den Boxen immer wieder neue Fukntionen zugewiesen: von der Badewanne bis zum Rennauto, vom rotierenden Peepshow-Bett zur Bar und zur Telefonzelle. Akrobatische Leistungen ergänzen diesen rundum gelungene Theatervergnügen.

 

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Die Arbeit mit der internationalen Besetzung war für Kreissig ein besonderes Vergnügen, da sich alle Sänger mit Begeiseterung und vielen eigenen absurden Ideen auf dieses Abenteuer einliessen. Während die Probenzeit in Wildbad nur knapp 3 Wochen betrug wurde das Vorspiel der zwei Akrobaten über ein halbes Jahr lang enzwickelt, da hier viele der komplexen Bewegungsmuster und Abläufe langsam probiert werden mussten, bevor sie dann letztendlich im Originaltempo umgesetzt werden konnten.