L’Equivoco Stravagante – Eine lohnende Rossini Wiederentdeckung

Kreissig’s erste Opernregie war 1993 die deutsche Erstaufführung von „L’Equivovo Stravagante“, einer vollkommen zu Unrecht selten aufgeührten Farce von Rossini.  Gamberotto, ein neureicher Bauer, hat für seine literarisch sehr interessierte Tochter Ernestina einen zukünftigen Ehemann namens Buralicchio ausgewählt, der reich aber dumm ist. Ernestina wird von Ermanno verehrt, der als Hauslehrer arbeitet. Der zurückgewiesene Buralicchio streut das Gerücht verbreitet, dass Ernestina in Wirklichkeit ein als Mädchen verkleideter Kastrat sei, der so dem Militärdienst entgehen will.

Kreissig Regie bot kreditkartenbewehrte Wunschschwiegersöhne, Chöre von singenden Gartenzwergen und schmachtenden Studenten sowie  eine Ahnenreihe von Grossbauern mit Kohlfeldern, in deren Linie auch der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl zu entdecken war. Als Buffotenor der ersten, teilweise noch in Deutsch gesungenen Fassung mit einem Sopran in der Hauptrolle der Ernestina, 1983 bot dem jungen Matthias Klink ein fantastisches Rollendebut. In der originalgetreu rekonstruierten Wiederaufnahme 1994,  diesmal in italienisch und mit korrektem Koloraturmezzo, war Heidi Brunner als Ernestina zu sehen.

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L’Italiana in Algeri / Dubai – Von Baulöwen und Wellness-Hotels

In Kreissigs aktualisierter „Italienerin in Algier“ sehnt sich die Heldin Isabella nach ihrem Verlobten, der als Bauingenieur in Dubai arbeitet. Der Schiffbruch des Originals gerät zum Flugzeugcrash auf der Landebahn, die Piraten werden zu Geschäftsleuten. Das komplexe Uhrwerk der Rossini’schen Orchesterwalze wurde einem Team aus jungen Sängern innerhalb von 3 Wochen in eine fein ziselierte, überaus komische Personenregie umgesetzt. Publikum und Presse waren gleichermassen begeistert 🙂

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