BGE und Kunst

Corona hat die oftmals prekäre Situation vieler als Soloselbständige tätigen Künstler*innen verschärft und zum Vorschein gebracht. Dabei gibt es durchaus Konzepte, wie eine sozial gerechtere Gesellschaft auch das Ausüben künstlerischer Berufe erleichtern kann, ohne in ständiger Existenzangst leben müssen.

BGE – Das Bedingungslose Grund-Einkommen

Eines der bekanntesten Konzepte der allgemeinen Absicherung aller Bürger*innen ist das sogenannte bedingungslose Grundeinkommen (BGE). Die Idee des BGE ist, dass alle Menschen eines Landes von der Geburt bis zum Tod jeden Monat vom Staat so viel Geld erhalten, wie sie zum Leben benötigen. Einfach so, als Grundrecht. Ohne, dass sie dafür etwas tun müssen. Ohne, dass es ihnen gestrichen werden kann.
Es gab weltweit schon mehrere BGE Projekte, u.a. in Finnland mit 2.000 Teilnehmer*innen bis zum 31.12.2018. Ganz aktuell ausgelöst durch die Coronakrise plant Spanien ein BGE für breite Teile derBevölkerung. Viel Hintergrundinformation zum BGE findet ihr natürlich auf Wikipedia

Verein „Mein Grundeinkommen“

In Deutschland wird das Thema u.a. durch den Verein „Mein Grundeinkommen“ vorangetrieben. Er verlost seit 2015 in unregelmässigen Anständen jeweils für ein Jahr Grundeinkommen in Höhe von 1.000 € pro Monat. Diese BGE’s wurden durch Spenden finanziert. Immer wenn genug Geld im Topf war, wurde verlost.  

Das Experiment – #WirWollenEsWissen

Im August 2020 hat Mein Grundeinkommen gemeinsam mit zwei renommierten Forschungsinstituten nun ein drei-stufiges Forschungsprojekt zum Thema Grundeinkommen in Deutschland gestartet. Denn das BGE für alle wäre in der Praxis nur machbar, wenn es:

  • individuell und kollektiv positive Wirkungen entfaltet,
  • finanzierbar ist und
  • den Anreiz zu bezahlter Erwerbsarbeit nicht zu stark senkt.

Um diese drei Voraussetzungen zu überprüfen, besteht das Projekt aus drei Studien unterschiedlichen Aufbaus, die die Effekte für Teilnehmer*innen und Kosten für die Allgemeinheit ins Verhältnis setzen.

120 Langzeitteilnehmer*innen 2021-24

Eine erste Studie untersucht das „Grundeinkommen on top“ und dauert von Januar 2021 bis Dezember 2024.

  • 1.500 Teilnehmer*nnen
  • 120 von ihnen erhalten für 3 Jahre 1.200 € zusätzlich pro Monat (steuerfrei in Form von Schenkungen)
  • 1.380 sind in der Vergleichsgruppe

So können die Auswirkungen optimal getestet werden.

Kurzes Video zum Projekt

Wissenschaftliche Begleitung

Dieses einzigartige Projekt wird von mehreren Sozialwissenschaftler*innen begleitet. So wird sichergestellt, dass die Ergebnisse des Projektes als Grundlage für politische Entscheidungsträger*innen genutzt werden können.

Dr. Jürgen Schupp ist Professor für Soziologie an der FU Berlin,“Senior Research Fellow” beim Sozio-Oekonomischen Panel (bekannt als SOEP).
Das SOEP ist eine forschungsbasierte Infrastruktureinrichtung am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Er begleitet das Pilotprojekt Grundeinkommen seit der Konzeptionsphase und wird es auch in den kommenden Jahren wissenschaftlich begleiten.

Dr. Susann Fiedler, Leiterin der Gielen-Leyendecker Forschungsgruppe „Economic Cognition“ des Max Planck Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, unterstützt mit Ihrer Expertise im Bereich der Psychologie und Entscheidungsforschung das “Pilotprojekt Grundeinkommen” bei der Entwicklung und Auswertung von psychologischen Phänomenen und Wirkmechanismen, die durch ein Grundeinkommen ausgelöst werden können.   

Jetzt als Studienteilnehmer*in bewerben

Jetzt besteht die Chance, sich zum einen für dieses einzigartige Experiment zu bewerben:
Informationen liegen auch in Englisch vor: https://www.pilotprojekt-grundeinkommen.de/english

Hier geht es zum Video der Pressekonferenz am 18. August bei dem viele interessante Details erwähnt werden:






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(Diese Seite wurde letztmalig am 24.  August 2018 aktualisiert. Sollten Sie irgendwelche inhaltlichen oder formalen Fehler entdecken, freuen wir uns über eine entsprechende Rückmeldung unter kreissig@kreissig.net. )