Post Pandemic Performances

Dieses im Mai 2020 entstandene interdiszplinäre Kulturprojekt beschäftigt sich mit der Wiederbelebung und vor allem der Neuorientierung von performativer, bildnerischer und medialer Kulturarbeit nach der Coronakrise. Aktuell sind erste Aktionen und Events in folgenden Bundesländern geplant, die auf den Unterseiten detaillierter dargestellt werden:

Wir freuen uns auch sehr über inspirierte Kollaborationspartner aus anderen Regionen.

Monatliche Videokonferenzen – jeweils am 25. des Monats um 20:00 Uhr CEST – bieten allen beteiligten Personen – Künstler*innen, Projektpartner*innen und generell Interessierten – die Möglichkeit zum schnellen Austausch. Als Videoplattform nutzen wir derzeit das Open Source-Tool Jitsi, das keine Daten speichert. Eine kurze Mail an participart@kreissig.net genügt.

Welcome Back – But Be Careful 🙂

Künstler*innen aller Sparten und auch Akteur*innen der Zivilgesellschaft sind herzlich eingeladen, gemeinsam miteinander in unseren Onlinekonferenzen, vor allem aber in den folgenden LIVE-Workshops und Encounter-Events Ideen zu jonglieren, neue Kunst zu produzieren und zu diskutieren.

Dies kann und soll möglichst vielfältige Formen annehmen: in Form des Biographischen Theaters können die persönlichen Erlebnisse der Workshopteilnehmer*innen reflektiert, künstlerisch verwandelt und für ein breites Publikum umgesetzt werden. Installationen vor Ort, neue Street Art aber auch Ausstellungsformate, die mithilfe Medien aller Art Brücken über das Physical Distancing der letzten Monate schlagen können, sind Teil des Post-Pandemic Erlebnishorizonts.
Um es mit Star-Trek zu sagen: wir vom Team freuen uns, gemeinsam mit Euch allen auf eine spannende, emotional berührende und – trotz aller Dramatik der Gesamtsituation – keineswegs humorlose „Reise in unbekannte Welten“.

Falls Ihr als Einzelperson, als Team, als Künstler*in oder als Institution teilnehmen möchtet, sendet uns bitte eine kurze Mail an participart@kreissig.net

Drei Fragen – Viele Antworten

Als Einstieg bitten wir alle Teilnehmer*innen die folgenden drei Fragen zu beantworten:

  1. Was ist während Corona mit und in mir passiert ?
  2. Was hat Physical Distancing in meinem engsten Umfeld, Familie und Freunde, ausgelöst?
  3. Welche gesellschaftlichen Auswirkungen verbinde ich mit dem Corona-Frühjahr 2020?

Die Ergebnisse sollen hier zunächst als lose Collage gesammelt werden.
Wir freuen wir uns über Fotos, selbstgemalte Bilder, neu entstandene Skulpturen, kurze Videos, Meme, Selfies und Kleingruppenbilder mit ungewöhnlichen selbstgemachten Masken etc etc. Auflange Frist soll diese Seite natürlich kollaborativ editiert werden. Um eventuellen Missbrauch zu verhindern, vergeben wir Autorenrechte auf dieser Seite im Stufenverfahren.

Themenschwerpunkte

Innerhalb des Kernteams wurden seit dem Startschuss des Projekts folgende Themenschwerpunkte gesetzt, die den breiten Scope des künstlerischen und gesellschaftlichen Diskurses abbilden.

Dancing at a Distance

Physical Distancing hat den zwangsläufigen Verzicht auf gemeinsame im selben Raum erlebte sportliche oder künstlerische Projekte bedeutet. Im Bildungsbereich wurde Deutschlands Rückstand beim Thema Digitalisierung der Schulen überdeutlich.

  • Welche Effekte auf Kinder, Jugendliche und Lehrende sind durch Schulschliessungen und Homeschooling entstanden?
  • Welche neuen Formen von Kunstproduktion wurden möglich ?

Hier als Beispiel der Link zu einem Video, bei dem Paula, die 8-jährige Tochter des Frankfurter Musikers Martin Kliem, in einem selbstgeschriebenen Rap das Thema „Langeweile“ thematisiert. Technisch sehr professionell produziert geschnitten überzeugt aber vor allem der witzige Text:

Brave New Art – TikTokTerror und KI

  • Welche neuen Kunstformen entstehen durch neue Medien, Apps, Spiele und Künstliche Intelligenz?
  • Was passiert mit Kunst, wenn sie über Wochen fast nur noch durch Medien vermittelt werden kann? 

Kultur & Klima – Corona als Ecologic Relief ?

Die Coronakrise ereignet sich vor dem Hintergrund der globalen Klimakrise. In der Arktis werden beinahe wöchentlich Temperaturrekorde gebrochen, die Permafrostböden schmelzen und das Polareis geht in nie gekanntem Umfang zurück.

  • Ist die Corona-Pandemie unser Trainingslager für die Klimakrise?
  • Wie ist der CO2 Abdruck eines Kunstwerkes?

Unpaid Pains – The Values of Art and Work

Zu Beginn der Krise wurden zunächst in mit sehr strengen Lockdown-Massnahmen betroffenen Regionen Europas (vor allem Spanien und Italien) begonnen, über Balkons hinweg gemeinsam zu singen, zu musizieren oder den Menschen die in den sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten, zu applaudieren. Mittlerweile sind milliardenschwere Rettungspakete für Industrien geschnürt. Gleichzeitig entstehen durch ausbeuterische Werkverträge in grossen deutschen Schlachtbetrieben neue Superspreaderevents.

  • Welche Wertschätzungen erfahren die sogenannten systemrelevanten Berufen?
  • Gehören auch Künstler*innen dazu?

PopUp-Urbanism – Wie sich Städte verändern

Die weltweiten Einschränkungen vor allem im April und Mai 2020 haben vor allem die Städte verändert. Weltweit hat die Bedeutung des Fahhrads als Verkehrmittel der Stunde zugenommen. PopUp-Bikelanes entstanden in Berlin, Stuttgart und München. Andere europäische Hauptstädte wie Brüssel, Paris und London haben noch konsequenter ihre Innenstädte vom Autoverkehr befreit.

  • Welche Chancen bietet dieser veränderte öffentliche Raum für künstlerische Interventionen?
  • Was verbindet Kunst und die Verkehrswende ?

Panic People vs Scientists

Die Lockerungen in Deutschland setzten nach der sinnvollen und vernunftorientierten Eindämmung ungeahnte Energien frei. Plötzlich bekamen Verschwörungsschwurbler*innen und Aluhutträger*innen eine absurd hohe Aufmerksamkeit. Die Bildzeitung versuchte, Christian Drosten zu demontieren und ganz aktuell sorgen die seit Jahren bestehenden Missstände in der Billigfleischindustrie für neue Superspreader-Ereignisse.

Daher wollen wir mit künstlerischen Mitteln folgende Fragen stellen:

  • Wie radikalisieren sich Menschen in sozialen Medien?
  • Kann Kunst etwas dagegen tun und wenn ja was?

No-Escape-Rooms

Physical Distancing sowie geschlossene Schulen und Kitas sorgten für ungewohnte Nähe Enge in familiären Wohnräumen. Während die einen neue Freiräume für digitale Arbeitnehmer*innen entdeckten, andere ihre Langeweile in Kunstprojekte überführten (siehe Paula oben!) kam es aber auch zu bedenklichen Ausbrüchen von häuslicher Gewalt. Vor allem dort, wo für Kinder und Frauen keine Ausweichmöglichkeiten mehr aus durch toxische Männlichkeit kontrollierten Haushalten bestand.

  • Hätten künstlerische und spielerische Ansätze hier helfen können ?
  • Wie und wann hätten diese etabliert werden müssen?
  • Ist die Abgeschiedenheit des Ateliers nicht gewohntes Arbeiten im Kunstbereich?
  • Welche neuen Wohnkonzepte können aus Kunst und Design kommen?
  • Wie könnte eine Home-Office-Art-Challenge aussehen?

Kooperation im Netzwerk

Dieses Projekt versteht sich als ein lebendiges und dynamisches Netzwerk. Über Landes- und Sprachgrenzen hinaus wollen wir mit Künstler*innen aller Sparten und aus zivilgesellschaftlichen Akteuren kooperieren. Eine englischsprachige Variante des Konzepts ist in Arbeit. Auf Grund der schnellen Entwicklung des Projektes sind die deutschen Textvarianten derzeit aber aktueller.

Zivilgesellschaftliche Akteure

Neben den Künstler*innen laden wir vor allem zivilgesellschaftliche Akteur*innen ein, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Dazu gehören

  • Öffentliche Schulen
  • Hochschulen
  • Gewerkschaften
  • Vereine
  • Freizeitheime
  • Jugendhäuser
  • Betriebe
  • Krankenkassen

Kulturorte

Im besten Fall stehen am Ende der lokal stattfindenden Projekte Live-Aufführung vor Publikum. Da die Entwicklung der Pandemie aber nicht vorhersehbar ist, werden diese Aufführungen sehr flexibel gehalten.
Als Proben- und mögliche Aufführungsorte wollen wir traditionelle Orte kultureller Begegnungen gewinnen

  • Museen
  • Theater
  • Konzerthallen
  • Chöre
  • Orchester
  • Schauspielschulen
  • Ballettschulen
  • Tanzschulen

Ausserdem planen wir mit einigen Teilen kurze Interventionen im öffentlichen Raum in Form von Flashmobs und verwandten Formaten.

Beteiligte Bundesländer & Regionen

Zum Stand Mitte Juni sind erste Projekte in folgenden Bundesländern geplant. Nähere Informationen finden Sie unter den jeweiligen Links:

Sämtliche Projekte werden selbstverständlich an die zum jeweiligen Aufführungsdatum vor Ort geltenden gesetzlichen Bestimmungen angepasst.

Hohe Autonomie der Teilprojekte

Die einzelnen Teams vor Ort arbeiten mit einem hohen Grad an Autonomie.
Die künstlerische Gesamtleitung liegt beim Initiator des Projektes, dem Choreographen und Regisseur Thorsten Kreissig.

Mediale Komponente

Die Vorstellungen sollten aufgezeichnet und eventuell auch gestreamt werden. Im Vorfeld soll projektbegleitend eine Kleinserie von Videos realisiert werden.

Corona-spezifische Sicherheitsmassnahmen:

Je nach dem aktuellen Stand der Pandemie finden Vorbesprechungen alternativ in realen Räumen mit den entsprechenden Sicherheitsmassnahmen oder in Form von interaktiven Videokonferenzen. Dabei werden viele leicht bedienbare, effiziente Tools zur Online-Kooperation genutzt.

Die Bewegungstrainings finden mit ausreichendem Sicherheitsabstand auf Distanz z.B. in Turnhallen oder entsprechenden anderen grossen Räumen statt. Dabei dienen dort vorhandene Möbel als Abstandshalter und ggf. auch als bespiel- und betanzbares Bühnenbild.

Finanzierung

Im Rahmen des Reload-Förderprogramms der Kulturstiftung des Bundes hatten wir im Mai 2020 einen Antrag auf Förderung für unsere Recherchephase gestellt. Leider wurde dieser abschlägig beschieden.
Trotz des Wegfalls einer Grundförderung, die den zeitlichen und organisatorischen Aufwand der nötigen Vorarbeiten der Einzelprojekte hätte abpuffern können, möchten wir das Projekt weiterhin als grosses Vernetzungs-Kunstwerk weiterführen. Für direkte finanzielle Unterstützung aber auch Hinweise zu möglichen regionalen Förderungen der Unterprojekte sind wir sehr dankbar.

Ausstattung

Um das Projekt nicht unnötig durch hohe Ausstattungsetats zu belasten, dienen jeweils vor Ort befindliche Möbel, Turngeräte, Stellwände, Putzeimer etc als Basis leicht umbaubarer, betanz- und bespielbare Bühnenbilder. Ausserdem wollen wir die temporäre Verwandlung des öffentlichen Raumes durch leicht transportable Objekte und Kostüme, die von den Mitwirkenden mitgebracht werden, als kollaboratives Spiel umsetzen.
Und da die Gefahr einer zweiten Welle keineswegs gebannt ist, werden natürlich auch allgegenwärtigen Gesichtsmasken neben dem Physical Distancing eine wichtige Rolle spielen.

Falls Sie als Einzelperson, als Team, als Künstler*in oder als Institution teilnehmen möchten, senden Sie uns bitte eine kurze Mail an participart@kreissig.net


Diese Website wird ständig verbessert, um Sie optimal mit Informationen zu versorgen. Diese Unterseite wurde letztmalig am 26. Mai 2020 aktualisiert.
Sollten Sie irgendwelche inhaltlichen oder formalen Fehler entdecken, freuen wir uns über eine entsprechende Rückmeldung unter kreissig@kreissig.net. Wir wünschen Ihnen einen wunderbaren und inspiriertenTag!
Bleiben Sie gesund 🙂