Stuttgart

Stuttgart ist in gewisser Weise die erste künstlerische Heimat von Thorsten Kreissig. Hier erhielt an der John Cranko Schule seine Tanzausbildung, hier machte er als Page in Crankos „Romeo und Julia“ oder Messdiener in „Der Widerspenstigen Zähmung“ erste Bühnenerfahrungen in einem grossen Opernhaus.
1976 war er als junger Zarewitsch erstmals an der Seite von Marcia Haydee in Kenneth MacMillans „Anastasia“ solistisch auf der Bühne.

Die Cranko Schule förderte ganz im Geiste ihres Gründers auch immer wieder die choregraphischen Talente ihrer Schüler*innen. Alle zwei Jahre fanden die Schulaufführungen im Kleines Haus statt und mindestes die Hälfte des Programm bestand aus Choreographien der Schüler*innen.
Mit „Die Marionette“ steuerte Kreissig im Jahre 1976 sein erstes eigenes Stück bei. Zur Musik von Scott Joplin streiten sich zwei Puppenspieler (die Brüder Michael und Mark McClain) wer der bessere Puppenspieler sei, um erst im gemeinsamen Zusammenspiel – einer auf den Schuktern des anderen sitzend – die übergrosse Marionette (Kreissig selbst) zum Leben erwecken zu können.
Da im Rahmen einer Kooperation zwischen der Bühnenbildklasse der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste auch 5 ausgewählte Stücke durch Studierende von Prof. Jürgen Rose neu ausgestattet und nochmals in der Akademei zur Aufführung gebracht wurden, war die leider 2015 verstorbene Allroundkünstlerin Rosalie Kreissig erste Kostümbildnerin. Mit ihr arbeitete er im Jahre 2000 nochmal für das Heraeus-Jubiläum zusammen.

Während Kreissig am Königin-Katharina Stift sien Abitur machte steuerte er alle 2 Jahre wieder neue Stücke zu den Matineen bei, meist schon mit einem Sinn fürs Absurde. Im Froschkönig verwandelt sich die Prinzessin nach einem zweiten  Kuss mit ihrem Prinzen gemeinsam mit ihm zu Fröschen zurück.
Die Musik für dieses Stück komponierte Tony Curtis, einer der damaligen Ballettkorrepetitoren an der Cranko Schule.
Mit „KV 331“ spielte Kreissig erstmals konsequent mit Stilfrahen, indem er Mozart’s bekannten Türkischen Marsch in vier verschiedenen Versionen als Hintergrund der Suche eines Komponisten nach seiner Muse nahm.

Mit seinem Fortgang nach Hannover entsteht eine längere Schaffenspause in Stuttgart. Ab 1990 tritt der mittlwereile freischaffend tätige Kreissig mit seinem ersten abendfüllenden Musical-Soloprogramms  „The Funtom of the Opera“ mehrfach im Stuttgarter Theater der Altstadt auf.

Seine erste Ballettlehrerin an der Cranko-Schule Gisela Ronecker kontaktiert ihn und gibt erste Kinderballette in Auftrag. So entsteht 1991 „Insects“, wiederum mit Mark McClain in der Hauptrolle des Kakerlaken. In den Folgejahren steuert Kreissig fast jedes Jahr ein weiteres grosses Gruppenstück zu den Aufführungen in der Schwabenlandhalle bei.

Thorsten Kreissig, Andrea Beyer und Renate Mach während einer Insects Probe

 

Kunst für die ganze Stadt

Eine nochmalige Wendung bringt die Berufung Kreissigs als künstlerischer Leiter des Grossprojekts Cranko Moves Stuttgart 2007 . Hier erarbeitet er erstmalig Konzepte um mit Social Dance Projekten und Kooperationen eine ganze Stadt zu einem Thema zu bespielen. Aus dem Choregraphen und Regisseur wird der Projektmanager, der die Bühne für andere vorbereitet.

Kreissig’s ungeplante Rückkehr auf die Bühne fand leider nicht statt:  Reid Anderson hatte ihn zusätzlich zu seinen Aufgaben als Projektmanager angefragt, ob er sich vorstellen können, als Jaques Offenbach in Maurice Béjarts wunderbarer „Gaité Parisienne“ wieder auf die Bühne zurückzukehren. Die Rolle, die in Stuttgart ursprünglich von Uwe Scholz interpretiert wurde, gehörte schon immer zu den Traumrollen von Kreissig. Also stand er nach fast 10 jähriger Trainingspause ab April 2007 wieder mindestens 3 mal pro Woche im Ballettsaal. Nach und nach kehrte die Kondition zurück und die zwar kurzen, aber technisch sehr fordernden Solos der Partie wurden bewältigt:  es begann wieder, Spass zu machen.
Doch leider zog sich Kreissig bei einer der letzten Bühnenproben 10 Tage vor der Premiere einen Muskelfaserriss in der Wade zu. So fiel nicht nur die Premiere ins Wasser – die Verletung verhinderet auch, dass er eine der Folgevorstellungen übernehmen konnte.

 

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Andere wichtige Stationen seiner Karriere sind
Luzern
Hannover
Halle an der Saale
München
und Berlin.

 

(Diese Seite wurde letztmalig am 30. Mai 2018 aktualisiert. Sollten Sie irgendwelche inhaltlichen oder formalen Fehler entdecken, freuen wir uns über eine entsprechende Rückmeldung unter kreissig@kreissig.net. )