L’occasione fa il ladro

Peinliche Pannen als komisches Prinzip

Schon die Originalhandlung dieser wunderbaren Farsa von Rossini behandelt das Problem Identitätsverlusts als oberstes Prinzip. Eine beständige und unaufhaltsame Kette der Verwechslungen von Personen und Objekten – sei es durch Zufall oder Heimtücke –  mittels Verkleidung, Ähnlichkeit und Verstellung wird zur Grundlage des witzigen Plots.

Theater im Theater

Don Parmenione versucht Ernestina, Berenice und den Akrobaten den gefälschten Pass zu entreissen.

2015 treibt Kreissig und sein Aussattungsteam dieses Prinzip auf die Spitze, indem sie durch eine „Theater im Theater“ Rahmenhandlung weitere Verwechslungmöglichkeiten einbauten: das Gastspiel einer Tourneecompanie wird durch zahlreiche kleine und grosse Katastrophen erschüttert.
Der LKW mit der prächtigen Ausstattung wird vom Zoll aufgehalten, lediglich einige Kostüme und Requisiten sind mit den Sängern und der Garderobiere angekommen.

Kranke Tenöre und verzweifelnde Regisseure

Hoch zu Stahlross – Gardar Thor Cortes als Conte Alberto

Da der Spieltenor, der Don Eusebio spielen soll, leider erkältet ist und nicht einmal mehr ein heiseres Räuspern seiner Kehle entlocken kann, springt der Regisseur widerwilig für ihn ein, der eigentlich viel lieber noch letzte Regieanweisungen geben möchte. Vor allem der isländische Startenor verweigert sich konsequent seinen brillanten Regieanweisungen.

Die hohe Kunst der Improvisation

Da das ungeduldige Publikum nicht mehr länger warten soll, beginnen alle Sänger*innen nach besten Möglichkeiten mit dem Stück. Ohne ihre Originalrequisiten und Ausstattung  improvisieren sie immer mehr mit den auf der Wildbader Bühne vorhandenen Baukastenelementen, die eigentlich zur Ausstattung eines anderen Stücks gehören.

Sprechendes Bühnenbild – Die Kunst der Behauptung

Die Tansportkiste wird zum „BED“

Durch diverse Zettel, vor allem aber durch das Spiel werden den Boxen immer wieder neue Funktionen zugewiesen: von der Badewanne bis zum Rennauto, vom rotierenden Peepshow-Bett zur Bar und zur Telefonzelle. Akrobatische Leistungen ergänzen diesen rundum gelungene Theatervergnügen.

Zu den Videos :

Duet in the Park – http://www.youtube.com/watch?v=gvt3E0X6OvM
Duet in the Park – http://www.youtube.com/watch?v=jW3_DMHBlv0
Doctors Duet  – http://www.youtube.com/watch?v=Oy0yYtVJnBA
Finale 1 – http://www.youtube.com/watch?v=tRlm9Uer4k0
Finale 2 – http://www.youtube.com/watch?v=pM9IifQidow
Aria Berenice – http://www.youtube.com/watch?v=sgJoZ9G3Blc

Vergnügliche Arbeit

Die Arbeit mit der internationalen Besetzung war für Kreissig ein besonderes Vergnügen, da sich alle Sänger mit Begeisterung und vielen eigenen absurden Ideen auf dieses Opern-Abenteuer einliessen. Während die Probenzeit in Wildbad nur knapp 3 Wochen betrug wurde das Vorspiel der zwei Akrobat*innen über ein halbes Jahr lang entwickelt, da hier viele der komplexen Bewegungsmuster und Abläufe langsam probiert werden mussten, bevor sie dann letztendlich im Originaltempo umgesetzt werden konnten. Diese Arbeitsweise war auch bei Arbeiten mit anderen Sportler*innen wichtig und sinnvoll.

Besetzung

Die Diva (Berenice)Elizaveta MartirosyanSopran
ErnestinaFanie AntonelouMezzo
Don ParmenioneGianpiero RuggeriBariton
MartinoMauro UtzeriBariton
Der Startenor (Conte Alberto)Gardar Thor CortesTenor
Der Regisseur (Don Eusebio)Joan RibaltaTenor
Laura, die GarderobiereJessica Held-Lorenz stumme Rolle
Giovanni, der kranke BuffoHartmut Held leider stumme Rolle

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